Allgemein

Barfuß – Mehr als nur so ein Hippieding

Ich gehe so viel und so oft wie möglich barfuß. Da ich in der Innenstadt wohne, bedeutet das, dass ich auch die U-Bahn und Rolltreppen barfuß benutze und damit oft für Entsetzen sorge. Es ist teilweise sehr amüsant, wie meine Mitmenschen auf den Anblick von nackten Füßen im urbanen Setting reagieren. Auch Kommentare fallen oft, teilweise fast erbost – es scheint viele Menschen fürchterlich aufzuregen, wenn jemand barfuß an ihnen vorbeiläuft. Doch wir wollen den Blick auf das Positive richten: ein älterer Herr lächelte mich neulich an und sagte: „Schöne Schuhe!“, woraufhin ich entgegnete: „Ja, die waren auch wahnsinnig teuer!“. Wir mussten beide herzlich lachen und es entstand ein Moment der Verbindung. Das war schön.

Aber ob der ganzen Bemerkungen zu meinem fehlenden Schuhwerk, möchte ich diesen Blogeintrag dem Thema des Barfußgehens widmen.

Im Energiefeld der Erde

Die Menschheit ist im Einklang mit der Energie von Mutter Erde entstanden. Am Boden schlafen und barfuß gehen war für einen Großteil unserer Evolutionsgeschichte die Norm. Dabei haben wir uns freilich keine Gedanken über die heilenden Kräfte gemacht, welche die Erdoberfläche grenzenlos für uns bereithält. Wir haben diese subtile Energie aber dennoch permanent aufgenommen, auch in Zeiten, in denen wir bereits Tierhäute und –felle um unsere blanken Füße wickelten. Erst, seit wir permanent auf Gummisohlen herumlaufen und ohnehin die meiste Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, haben wir uns von dieser natürlichen Kraftquelle abgeschnitten.
Denn unser Körper ist im Gegensatz zu Gummi stark leitfähig und durch den Kontakt mit der Erde entsteht zwischen unserem Feld und dem der Erde ein Elektronenausgleich. Schön und gut, wird vielleicht mancher sagen, aber was bringt mir das? Nun, es ist so: Seit wir permanent von Stromnetzen, von PCs, WLAN, Mobilfunk etc. umgeben sind, befinden wir uns stetig in elektromagnetischen Feldern, durch die gesundheitliche Risiken entstehen können. Unser Körper lädt sich im Laufe eines Tages ohnehin schon positiv auf – es entstehen freie Radikale die den Metabolismus belasten und Entzündungen im Körper begünstigen. Diese freien Radikale sind sauerstoffhaltige Verbindungen, denen ein Elektron fehlt. Deshalb sind sie permanent bestrebt, Verbindungen einzugehen, um diesen Mangel auszugleichen. Dieser räuberische Vorgang wird als Oxidation bezeichnet und belastet ab einem gewissen Maß unseren Körper stark (oxidative Stress). Dagegen helfen sogenannte Antioxidantien, die man über Lebensmittel aufnehmen kann oder aber eben auch einfach über Kontakt mit der blanken Erde.

Warum? Das natürliche Magnetfeld der Erde ist mit stark negativ geladenen Elektronen ausgestattet, welche als äußerst effektive Antioxidantien wirken. Die riesige „Erd-Batterie“ wird praktisch permanent durch Sonneneinstrahlung und -stürme, den Erdkern sowie auch durch Blitze aufgeladen. Dieser Energiefluss aus und durch die Erdoberfläche lässt durch sein ausbalanciertes Pulsieren alles auf diesem Globus wachsen und gedeihen. Leider haben wir uns durch unseren Lebens- und auch Laufstil größtenteils davon abgeschnitten. Wenn wir nun aber direkten Kontakt mit der Erde – z.B. über unsere Fußsohlen – haben, können wir überschüssige elektromagnetische Ladung an die Erde abgeben und unseren Organismus so über den Elektronenausgleich in der Selbstheilung und Regeneration unterstützen. Entzündungen, der gemeinsame Nenner zwischen fast allen Erkrankungen, werden so abgebaut. Natürlich wäre für diese Barfuß-Kur ein Waldweg, Sandstrand oder eine taufrische Wiese angenehmer, doch der Effekt bleibt auch bei hartem Betonboden bestehen. Auch das Baden in einem natürlichen Gewässer ist aufgrund der potenten Leitfähigkeit von Wasser gleich wirksam. Für den Elektronen-Austausch reichen dabei schon wenige Minuten aus.

Aber nicht nur das: wenn wir die pulsierenden Frequenzen von Mutter Erde über das Energiefeld aufnehmen, wird unser zirkadiener Rhythmus ganz automatisch ausbalanciert. So kann durch unbesohlten Kontakt mit dem Boden Einschlafproblemen entgegengewirkt werden. Auch wenn wir eine längere Flugreise hinter uns haben und vom Jet-Lag geplagt sind, reichen einige barfüßige Minuten auf der nächsten Wiese aus, um den Tag-Nacht-Rhythmus leichter an den jeweiligen Ort anzupassen.

Earthing, der Trend

Wahrscheinlich ist dir in den letzten zehn Jahren irgendwo das Wort „Earthing“ untergekommen. Ganze Bücher und Seminare werden diesem Thema gewidmet. Dabei handelt es sich um nichts anderes, als um das hier beschriebene: das simple Weglassen von Schuhen. Der Trend geht auf Clint Ober zurück, der in der Telekommunikation tätig war und beobachtete, dass Kabel Erdung benötigen, bevor sie in ein Haus verlegt werden. Die elektrischen Ströme werden so in das Erdreich geleitet. Diese Tatsache hat Obers laut eigener Aussage dazu gebracht, darüber nachzudenken, ob die Gummisohlen an unseren Schuhen, bei uns Menschen eine natürlich auftretende Erdung verhindern und ihn dazu angeregt, einige Selbstversuche auf diesem Feld zu unternehmen.
Inzwischen hat er das System des „Earthing“ großflächig vermarktet und vertreibt eine Reihe von sogenannten Groundingprodukten.

Erste Schritte

Wenn ein Kind laufen lernt, wird den Eltern geraten, diesen Prozess schuhlos geschehen zu lassen, damit der Fuß und die dazu gehörige Muskulatur sich normal entwickeln können. Wenn wir älter werden beginnen wir Schuhe zu tragen und vielleicht leidet unsere Fußgesundheit darunter. Der berühmte Knick-Senk-Spreiz-Fuß ist zumindest wahnsinnig weit verbreitet. Unser natürliches Laufmuster verändert sich definitiv und die Fußmuskulatur erschlafft, denn die Schuhe übernehmen jetzt das Ausbalancieren von Unebenheiten. Durch das barfüßige Gehen kann sich dein Gleichgewichtssinn ungemein verbessern. Auch der Körperschwerpunkt kann binnen kurzer Zeit wieder richtig gelagert werden, was für eine bessere Haltung sorgt.
Doch Kinder sollen nicht nur ob ihrer Fußgesundheit ohne Schuhe laufen lernen. Durch das Barfussgehen wird die Tiefenwahrnehmung korrekt entwickelt und wenn wir als Erwachsener mit nackten Füßen durch die Welt gehen, wird diese noch einmal geschärft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Achtsamkeit beim Gehen ohne Schuhe geschult wird, denn wir bekommen wesentlich mehr Feedback von unserer Umwelt über den Kontakt mit dem Boden unter unseren Füßen.

Um diese Vorteile für dich zu nutzen, kannst du dir natürlich auch Barfußschuhe zulegen, diese gibt es inzwischen von diversen Marken – teilweise vegan und manche lassen sich sogar unbemerkt zum Anzug tragen, falls das für dich beruflich wichtig ist.

Abschließend noch zu den Bedenken, die viele Menschen beim Barfußgehen haben könnten. Fang klein an! Bis deine Füße eine schützende Hornhaut ausgebildet haben sind Waldwege und Wiesen sicherlich angenehmer als Rollsplitt. Und ich zumindest bin auf meinen alltäglichen Wegen noch nie in Heroinspritzen oder Glasscherben getreten. Die einzige Verletzung, die ich mir beim Laufen ohne Schuhe zugezogen habe, war ein eingetretener spitzer Stein am Sandstrand…
Wenn ich abends meine Füße gewaschen habe, reibe ich sie mit Pfefferminz-Öl ein, das regt die Durchblutung an und kühlt die Füße angenehm.

Wenn du dich weiter in das Thema einlesen möchtest, habe ich dir noch drei Studien an den Artikel angehängt, die sich mit dem Barfußgehen beschäftigen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren

Alles Liebe,

Janna Raphaela