Allgemein

Frühjahrstagundnachtgleiche

Mit der heutigen Tagundnachtgleiche fängt offiziell der Frühling an und die Nächte sind wieder kürzer als die Tage. Und auch wenn die Temperaturen gerade noch um den Nullpunkt kreisen, lässt sich der kalendarische Frühlingsbeginn auch in der Natur erkennen. Überall sprießt es, die Knospen schwellen an und es ist förmlich sichtbar, wie der Saft wieder in die Bäume steigt. Auch ich komme aus meiner Winterstarre und spüre neue Lebensgeister in mir erwachen. Es ist Zeit für Kreativität, für Erschaffen, für mich in die Welt bringen. Die Zeit der Innenschau, in der wir uns mit inneren Themen und Visionen beschäftigt haben, endet jetzt und wir wenden uns der Außenwelt zu. Es lockt uns ins Freie, wir möchten tief einatmen und die Luft einsaugen die so herrlich nach Frühling riecht. Das Aufsteigen der Lebenskraft und Lebensfreude ist jetzt deutlich zu spüren. Wir fühlen uns wie Blütenknospen, die kurz vor dem Aufbruch stehen. Aber hier ist genau der Punkt: wir stehen kurz VOR dem Aufbruch. Heute, zum Zeitpunkt des Äquinoktiums, hält die Welt kurz inne, steht kurz still. Doch der Gleichgewichtspunkt ist von so kurzer Dauer und ab morgen wandert die Sonne weiter in Richtung Wachstum, Wärme und Fülle. Nur zweimal im Jahr erleben wir diesen kurzen Moment der Balance und im die Themen sind jetzt genau konträr zu denen der Herbsttagundnachtgleiche.

Die Fruchtbarkeitsgöttinnen

Die Frühlings- und Vegetationsgöttinnen erwecken die Welt jetzt aus ihrem totenähnlichen Winterschlaf und hauchen ihr neues Leben ein. Jetzt dreht sich alles um Wachstum und Fruchtbarkeit, in fast allen Traditionen durch das Ei repräsentiert. Es ist die Zeit der germanischen Göttinnen Freya und Ostara wobei Freya die freie Seite der Liebes- und Muttergöttin Frigg verkörpert. Mit ihrem federbesetzten Umhang und ihrer Bernsteinkette, die Zauberkräfte besitzt, reitet sie in einem von Katzen gezogenen Wagen durch den Himmel. Sie ist Göttin des Todes und der Unterwelt aber auch Göttin der Sexualität und Fruchtbarkeit. Sie ist Beschützerin der freien Frauen und Anführerin der Walküren. Für mich ist sie der Inbegriff weiblicher Kraft. Ostara hingegen, die dem Osterfest ihren Namen gab ist Göttin des strahlenden Lichts und des Wiedererwachens. Sie verkörpert Reinheit, ihre Blume ist die weiße Lilie. Auch sie steht für Liebe und Fruchtbarkeit, aber nicht mit derselben Bad-Ass Attitude wie Freya. Ihre Zeichen sind der Marienkäfer und der Hase.

Rituale

Der traditionelle Frühjahrsputz im Innen wie Außen ist ein sehr bodenständiges Ritual zu Frühlingsbeginn. Mit dem nun abnehmenden Mond ist eine Reinigungskur und Ernährungsumstellung leicht umzusetzen. Bewegung fällt jetzt leicht und macht Spaß und die Frühjahrskur kann mit den ersten Wildkräutern unterstützt werden, denn zarte Brennnessel- und Löwenzahnblätter sind bereits zu finden. Auch Bärlauch wächst jetzt schon und hilft nicht nur den Bären, den Winterschlaf zu überwinden.

Ein schöner Brauch ist auch, einen grünen Birkenzweig in Salzwasser zu tauchen, damit alle Hauseingänge besprengen und sie damit segnen und vor negativen Einflüssen schützen. Wenn du deinen Altar schmücken möchtest, dann sind jetzt Grün- und Gelbtöne passend sowie Calcit, Bernstein und Chrysopras. Dazwischen können Weiden- oder Birkenzweige stehen, auch Ginster treibt jetzt aus, wenn du ihn in eine Vase stellst.

Auf jeden Fall möchte ich dich einladen, aktiv zu werden und zu handeln. Jetzt ist eine gute Zeit, mit allen Veränderungen zu beginnen, die du dir in der Zeit des winterlichen Rückzugs vorgenommen hast. Fang jetzt an, deine Träume und Wünsche zu realisieren. Wir haben alle die gleichen inneren kompromittierenden Monologe, die gleichen Unsicherheiten. Wir alle spielen mit uns selbst das „Ja, aber…“-Spiel. Doch nur du kannst aus diesem Kreislauf ausbrechen und dich vom Gegenteil überzeugen. Niemand sonst wird dich aus dieser Starre herausholen. Es gehört Mut zum Handeln und jede/r Handelnde begeht Fehler. Doch das ist besser als immer der Zwerg deiner Ängste zu bleiben und andere für deine Umstände verantwortlich zu machen. Die Zeit ist nie besser als jetzt und warum nicht die aufsteigende Energie um uns herum nutzen, um deine wildesten Ideen zu verwirklichen?

 

Go wild!

Alles Liebe,
Janna Raphaela

 

PS.: Ich habe eine kleine Meditation zum Thema Wachstum aufgenommen. Wenn du sie haben möchtest, schick mir gerne eine Nachricht und ich lasse sie dir zukommen.