How To Fire Cider

 

Fire Cider ist ein Tonikum, vollgepackt mit Antioxidantien, Immunstimulanzien und entzündungshemmenden Stoffen. Also ein natürliches Antibiotikum, dass du ganz einfach selbst Zuhause herstellen kannst – ganz ohne Nebenwirkungen, von Kurkumaflecken und Knoblauchhänden mal angesehen. Bevor es an die Arbeit geht, hier ein Überblick über die Lebensmittel die wir verwerten und die beinhaltenen Sekundären Pflanzenstoffe. Es handelt sich hierbei um die Creme de la Creme der Powerhäuser, jede einzelne Pflanze ist an sich schon so wertvoll, dass ein eigener Artikel notwendig wäre, um die gesamte Palette der gesundheitsfördernden Eigenschaften hinreichend darzulegen.

Wir fangen von unten nach oben an, so wie ich mein Einmachglas befülle:

Zwiebeln (Allium cepa)

Zwiebeln verwenden wir regelmäßig in der Küche, aber selten sehen wir die Knolle als Heilpflanze an. Dabei ist sie reich an B-Vitaminen, Vitamin C und Schwefel (immer wenn du Schwefel hörst, kannst du dir merken, dass die Pflanze gut für den Darmtrakt ist). Sie wirkt außerdem als Blutverdünner und schützt dadurch vor Thrombose und Herzinfarkt. Sie ist cholesterinsenkend und ihre ätherischen Öle entfalten ihre Heilwirkung in Sirup und Zwiebel-Säckchen – Anwendungen aus Großmutters Zeiten, auf die wir bei Erkältungen und Ohrenentzündungen zurückgreifen können. Aber es soll ja gar nicht erst zur Erkältung kommen, deswegen machen wir ja Fire Cider. Die Zwiebel darf darin nicht fehlen und bei Workshops zur Herstellung von Fire Cider wird sie von den Teilnehmern beim Gläser füllen zu Unrecht immer ein bisschen verschmäht. Dabei hat die Zwiebel eine herausragende Eigenschaft: Sie besitzt kaum Stärke in Form von Kohlenhydraten, diese liegt bei der Zwiebel in Form von Fruktane vor. Fruktane wirken nicht nur positiv auf die Darmflora sondern schützen auch nachweislich vor Grippeviren.

Weiter geht’s mit dem

Knoblauch (Allium sativum)

Fällt dir was am Namen auf? Genau, die beiden Knollen sind verwandt und das nicht nur botanisch sondern auch von der Heilwirkung. Knoblauch wirkt mit dem darin enthaltenen Wirkstoff Alliin, der bei Kontakt mit Sauerstoff (beim Aufschneiden zum Beispiel) und einem Enzym zu Allicin umgewandelt wird. Allicin wiederum kann so ziemlich alles: es neutralisiert freie Radikale im Körper (das Gegenteil unseres Alterungsprozesses) und hat eine stark antibakterielle Wirkung. Seine blutverdünnenden Eigenschaften beugen Thrombose, Schlaganfall und Demenz vor. Sie helfen sogar bei Augenleiden wie dem grünen Star. Weil die Fließeigenschaft des Blutes durch Allicin so stark verbessert wird, kommt es bei der Behandlung von Ateriosklerose („Gefäßverkalkung“ – ein Symptom unseres modernen Lebensstils und übermäßigem Fleischkonsum sowie die Hauptursache für Herzinfarkte) zum Einsatz. Knoblauch entspannt die Blutgefäße und trägt zu einer Normalisierung des Blutdrucks bei, egal ob er zu hoch oder zu niedrig ist. Die enthaltenen Saponine erhöhen die Spannkraft in unseren Gefäßwänden und schützen so zusätzlich vor Kardio-Vaskulären Erkrankungen. Außerdem schützt Knoblauch unseren Darm indem er mit seiner antibakteriellen und antifungalen Wirkung Parasiten und Pilze beseitigt. Eine gesunde Darmflora ist der beste Schutz vor Erkrankungen, weil im Darm der Hauptteil unseres Immunsystems zuhause ist. Außerdem ist ein gesunder Darmtrakt ein wahrer Immunbooster, da die Effizienz der Nahrungsverwertung gesteigert wird und mehr gesunde Inhaltsstoffe aufgenommen werden können. Also möglichst viel und möglichst häufig Knoblauch verwenden – und keine Angst vor einer Knoblauchfahne durch den Fire Cider, Zitrone neutralisiert den typischen Knoblauchgeruch.

Im Fire Cider darf weiter auf keinen Fall fehlen, der…

Meerrettich (Amoracia rusticana)

Meerrettich ist mit Kapuziner- oder Brunnenkresse ein starkes Phytobiotika, wirkt also wie Antibiotika nur ohne Nebenwirkungen. Alle drei gehören den Kreuzblütengewächsen an und enthalten Senfölglycoside. Die Wirkung des Meerrettichs wird dir sofort bewusst, wenn du ihn für den Fire Cider kleinschneidest. Die laufende Nase ist unmittelbarer Beweis für die schleimlösenden Eigenschaften. Außerdem wirkt er, Überraschung, antioxidativ und besitzt stark krebshemmende Eigenschaften.

Wir fahren mit einem weiteren Allroundtalent fort:

Chili (Capsicum annum) und Cayennepfeffer

Das in Chilischoten und Cayenne enthaltene Capsaicin ist ein ziemlich beeindruckender Wirkstoff: Es setzt bei regelmäßigem Konsum Endorphine frei, die sogenannten Glücksbotenstoffe. Es wirkt ebenfalls stark antioxidativ und schützt so, ebenso wie der Knoblauch, vor Schadstoffen. Capsaicin wirkt blutverdünnend, verbessert die Fließeigenschaft des Blutes und sorgt so für Herzgesundheit bis ins hohe Alter. Cholesterin und Blutzucker werden herabgesetzt. Weil die Durchblutung verbessert wird, können Magengeschwüre und Darmhautverletzungen (Leaky Gut) geheilt werden, entgegen der intuitiven Idee, dass alles was scharf ist, nicht gut für einen gereizten Magen oder Darm sein kann. Außerdem werden im Darm vorkommende Parasiten schlicht weggebrannt und so unser Immunsystem unterstützt (siehe oben). Aber das Capsaicin kann noch mehr: Es wirkt wachstumshemmend auf Karzinome und fördert sogar das Absterben bestimmter Krebszellen. Weil es stark entzündungshemmend wirkt, kann es sogar Krankheiten wie Demenz im Voranschreiten hindern.

Kommen wir zu einem weiteren Mulitalent, dem..

Ingwer (Zingiber officinale)

Hierbei handelt es sich um den verzweigten Wurzelstock (Rhizom) der Ingwerpflanze. Ähnlich wie Chili, wirkt das ätherische Öl im Ingwer wärmend, hier auch äußerlich angewandt. Kalte Füße sind oft verantwortlich für eine Erkältung, weil sie dazu führen, dass sich die Gefäße in unsrem Hals und Rachen zusammenziehen, so können Bakterien und Viren leichter eindringen. Die enthalten Stoffe 6 Gingerol & Shogaol wirken obendrein entzündungshemmend, schmerzlindernd (auch als Einreibung), antioxidativ und erweitern die Blutgefäße (wirken also blutdrucksenkend). Weil durch Ingwer der Blutfluss so enorm verbessert wird, kann er das Stillen vereinfachen und die Milchproduktion bis um 100% steigern. Durch regelmäßigen Ingwerkonsum das Fortschreiten von Alzheimer und Krebs verlangsamt werden. Außerdem wirkt er entzündungshemmend und ist so eine wunderbares Heilmittel für Magen und Darm. Dafür eignet sich vor allem frischer Ingwersaft (bekommst du im Reformhaus /Bioladen). Ingwer hilft auch Übelkeit und wird deswegen gerne frisch oder als Tee bei der Reisekrankheit verwendet. Auch in der Schwangerschaft kann er Linderung bringen, wenn dir häufig übel ist. Ein weiterer Effekt des Rhizoms ist seine ausgleichende Wirkung bei Jet Lag. Einfach ein Stück Ingwer kauen und du bist wieder fit. Ja, Ingwer ist ziemlich krass…Wenn du Ingwer schälen möchtest, geht das übrigens mit dem Löffel am besten. Aber vielleicht kannst du die Schale auch dranlassen, denn direkt unter der Schale befinden sich bei den meisten Pflanzen die meisten Wirkstoffe. So auch bei…

Kurkuma (Curcum longa)

Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, ist freilich mit dem Ingwer verwandt, das sieht man ja. Die Wurzel wirkt stark blutverdünnend, entzündungshemmend und antioxidativ. Vor allem verhindert sie die so gefährliche Oxidation des Cholesterins. Das im Kurkuma enthaltene Kurkumin wirkt, wie seine Vorgänger, Cholesterin senkend und kann als zusätzlichen Trick die Blut-Hirn-Schranke passieren und so seine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung auch in unserem Gehirn entfalten. Falls du übrigens findest, die Worte blutverdünnend, entzündungshemmend und antioxidativ wiederholen sich hier ziemlich häufig, muss ich dich enttäuschen, wir sind damit noch nicht durch. Und für deinen Organismus, können diese Eigenschaften in den Zutaten sich gar nicht zu sehr häufen. Kurkuma ist auch ein mega Verbündeter im Kampf gegen Krebs und wird mittlerweile sogar als Infusion verabreicht. (Ob eine Krankheit bekämpft werden sollte oder als Botschaft angenommen, ist ein anderes Thema… ) Jedenfalls ist Kurkuma in der Lage, Transkriptionsfaktoren auszuschalten, die Krebswachstum begünstigen. Außerdem macht er die Zellwände der Krebszellen instabil und leichter handhabbar für unsere körpereigenen Abwehrkräfte. Die Wirkung von Kurkuma kann übrigens durch das im schwarzen Pfeffer enthaltene Piperin um ein vielfaches gesteigert werden.

Und dann zu guter Letzt, die…

Zitrone (Citrus)

Bei Zitrone denken wir neben Limonade automatisch an Erkältung bzw. deren Behandlung und das ist auch richtig so. Die Zitrusfrucht beinhaltet Ascorbinsäure (das ist Vitamin C) und natürlich Zitronensäure. Beide wirken stark antioxidativ und blutreinigend. Citrat reinigt die Nieren und hilft Harnsäurekristalle auszuscheiden. Damit wird Gelenkkrankheiten wie Gicht vorgebeugt. Außerdem wird die Entschlackung beschleunigt und die Heilung der Schleimhäute begünstigt, was Magen und Darm zugute kommt. Zitrone wirkt auch stark entgiftend und pusht unser Immunsystem. Um die positiven Eigenschaften von Vitamin C für dich zu nutzen, musst du aber nicht auf weit gereiste Zitrusfrüchte zurückgreifen. Kohl hat genauso viel Vitamin C und unser mitteleuropäische Organismus kann ihn viel besser verwerten. Der schmeckt aber im  Fire Cider nicht so schön fruchtig. Wie der Apfelessig wird auch der Zitronensaft im Körper kontraintuitiv basisch verstoffwechselt.

Am Schluss kommen noch ein paar Pfefferkörner in das Glas, schon allein wegen der erwärmenden Eigenschaft und der Wechselwirkung mit Kurkumin (siehe oben).

Dann wird das Ganze mit

Apfelessig

übergossen, so, dass alles gut bedeckt ist. Warum Apfelessig? Er wirkt selbst stark antimikrobiell, antifungal und entzündungshemmend und ist damit das ideale Auszugsmittel für all unsere Pflanzenwirkstoffe aus den anderen Zutaten. Bitte achte beim Kauf darauf, dass dein Apfelessig naturtrüb und unpasteurisiert, also nicht erhitzt ist, sonst ist er tot und wirkungslos. Auch guter Apfelessig ist super preiswert.

 

Ok, dann kommen wir zum denkbar einfachen

Rezept

Du brauchst

  • ein großes Einmachglas
  • eine große Zwiebel
  • eine Knolle Knoblauch
  • eine Meerrettichwurzel
  • drei bis vier Chilischoten
  • drei Bio Zitronen
  • Ingwer (ca. eine Handvoll)
  • Kurkuma (als Pulver 2TL oder drei Wurzeln)
  • Cayennepfeffer nach Bedarf – für die, die es richtig scharf mögen
  • Apfelessig
  • Pfeffer

Jetzt schneidest du alles klein (Meerrettich entweder gut waschen oder schälen) und gibst es in das Glas. Mit Apfelessig auffüllen, verschließen, fertig. Das ganze muss nun sechs Wochen stehen und durchziehen. Danach kannst du die festen Zutaten abgießen und nur die Flüssigkeit behalten.

Ich nehme jeden Tag einen Löffel von dem Sud um mein Immunsystem zu stärken. Am besten setzt du das ganze jährlich im Herbst in großer Menge an, dann kommst du locker durch den Winter. Falls es dich doch erwischt hat, kannst du dreimal am Tag oder sogar stündlich einen Löffel einnehmen, dann hat es sich gleich erledigt mit der Krankheit. Bei einer Erkältung kannst du dir noch mehr pflanzliche Unterstützung zur Heilung zuführen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und bin mir sicher, mit diesem natürlichen Antibiotikum kommst du unbeschadet durch die kalte Zeit!

Lasse mich gerne wissen, wie es dir mit der Herstellung ging oder ob du einen Geheimtipp für Fire Cider hast – schließlich ist das Rezept individuell anpassbar und ich lerne gerne dazu!

Alles Liebe,

Janna Raphaela